- Geography IA auf einen Blick (Prüfungen 2026 bis 2029)
- Wähle eine Fieldwork Question, die sich wirklich untersuchen lässt
- Geography IA Ideen nach Themen
- Aufbau und Wortanzahl der Geography IA
- Geography IA Kriterien: was jedes belohnt
- Stichprobe und Datenerhebung müssen begründet sein
- Starke Geography-Analyse geht über die Darstellung hinaus
- Die Evaluation soll konkret und geografisch sein
- Häufige Fehler in der Geography IA
Kurzantwort
Die IB Geography IA, oft Geo IA genannt, ist ein Feldarbeitsbericht (fieldwork report) von höchstens 2.500 Wörtern. Er beruht auf selbst erhobenen Primärdaten und dreht sich um eine fokussierte Fieldwork Question. Bewertet wird mit 25 Punkten in sechs Kriterien, von der Fieldwork Question (3 Punkte) bis zur Written analysis (8 Punkte). Die IA zählt 25 % im SL und 20 % im HL, die Aufgabe ist auf beiden Niveaus gleich.
Was du lernst
- Ein Feldarbeitsbericht von höchstens 2.500 Wörtern, bewertet mit 25 Punkten, im SL und HL
- Zählt 25 % der Endnote im SL und 20 % im HL
- Die Frage muss geografisch sein, sich auf einen genau bestimmten Ort beziehen und mit Primärdaten beantwortbar sein
- Quality and treatment of information collected (6 Punkte) und Written analysis (8 Punkte) bringen zusammen mehr als die Hälfte der Punkte
- Daten darfst du in der Gruppe erheben, aber Bericht, Begründung der Methoden, Analyse und Fazit müssen von dir allein stammen
Geography IA auf einen Blick (Prüfungen 2026 bis 2029)
Die Geography IA ist ein schriftlicher Bericht über eine Felduntersuchung. Du wählst eine Fieldwork Question (Feldarbeitsfrage) mit Bezug zum Syllabus, erhebst Primärdaten im Gelände und stellst sie dann dar, analysierst und bewertest sie. Diese Regeln stammen aus dem aktuellen Geography Guide, der 2019 erstmals geprüft wurde und für die Prüfungen im November 2026, im Mai 2027 und im Mai 2028 gilt. Für den Unterrichtsstart 2027 hat das IB keinen neuen Geography Guide angekündigt, deshalb folgen ihm auch alle, die im August 2027 beginnen (Prüfungen im Mai 2029).
- Wortgrenze: 2.500 Wörter. Der gesamte Haupttext zählt, einschließlich Fieldwork Question, Analyse, Fazit und Evaluation; Quellenangaben und Anhänge zählen nicht
- Punkte: insgesamt 25 in sechs Kriterien (A bis F)
- Gewichtung: 25 % deiner Endnote im SL, 20 % im HL
- Zeit: Das IB empfiehlt 20 Stunden für Feldarbeit und Ausarbeitung
- Daten: Grundlage sind Primärdaten aus dem Gelände, Sekundärdaten nur dort, wo sie deine Feldarbeit ergänzen
- Gruppenarbeit: Du darfst Daten mit Mitschülern erheben, aber das Schreiben muss individuell sein
- Bewertet von deiner Lehrkraft und moderiert vom IB
Wähle eine Fieldwork Question, die sich wirklich untersuchen lässt
Kriterium A erwartet eine Fieldwork Question, die geografisch und fokussiert ist und sich mit Primärdaten von einem genau bestimmten Ort beantworten lässt. Außerdem musst du angeben, auf welchen Teil des Syllabus sie sich bezieht (ein Optional Theme, den Core oder die HL Extension), den geografischen Kontext erklären und eine Karte deines Untersuchungsgebiets einfügen. Eine kurze Vorhersage oder Hypothese ist freiwillig, hilft aber, die Analyse zu gliedern. Die meisten schwachen Fragen scheitern am Fokus: Sie fragen nach einer ganzen Stadt oder einem ganzen Fluss statt nach einem messbaren Zusammenhang.
- Zu breit: „Wie wirkt sich der Tourismus auf den Harz aus?“ Fokussiert: „Wie verändert sich die Erosion eines Wanderwegs mit zunehmender Entfernung vom Hauptparkplatz an einem Standort im Harz?“
- Zu vage: „Ist die Innenstadt verschmutzt?“ Fokussiert: „Wie verändert sich die Umweltqualität mit zunehmender Entfernung vom Stadtzentrum (CBD) entlang eines Transekts in deiner Stadt?“
- Mit Primärdaten nicht beantwortbar: Fragen, die vor allem auf Zensus- oder Online-Statistiken beruhen
- Gutes Zeichen: eine klare unabhängige Variable (etwa Entfernung, Zeit oder Flächennutzung) und etwas, das du messen oder bewerten kannst
Profi-Tipp
Eine starke Fieldwork Question nennt meist einen Ort, einen Prozess oder ein Muster und einen messbaren Schwerpunkt. Außerdem ist sie mit einer geografischen Theorie oder einem Modell verbunden, das du prüfen kannst.
Geography IA Ideen nach Themen
Diese illustrativen Ideen zeigen, welche Art von Frage funktioniert. Jede hat eine klare Variable, lässt sich in ein oder zwei Tagen Feldarbeit messen und ist mit einer anerkannten Theorie oder einem Konzept verbunden, das du in der Analyse nutzen kannst.
- Freshwater (Süßwasser): wie sich Breite, Tiefe und Fließgeschwindigkeit eines Flusses auf einem kurzen Abschnitt flussabwärts verändern, verglichen mit dem Bradshaw-Modell
- Oceans and coastal margins (Ozeane und Küsten): wie sich Korngröße und Rundung des Strandsediments entlang eines Strandes verändern und ob das Muster auf Küstenlängstransport (longshore drift) hindeutet
- Urban environments (städtische Räume): wie sich Umweltqualität oder Flächennutzung mit zunehmender Entfernung vom Stadtzentrum verändern, verbunden mit Modellen der Stadtstruktur
- Urban environments: ob Lufttemperaturmessungen in einer Stadt einen städtischen Wärmeinseleffekt (urban heat island) zeigen
- Leisure, tourism and sport (Freizeit, Tourismus und Sport): wie Besucherdruck und Wegerosion an einem stark besuchten Ausflugsziel (honeypot site) variieren, verbunden mit dem Konzept der Tragfähigkeit (carrying capacity)
- Food and health (Ernährung und Gesundheit): wie sich der Zugang zu Geschäften mit frischen Lebensmitteln zwischen Stadtvierteln mit unterschiedlichen Merkmalen unterscheidet
- Geophysical hazards (geophysikalische Gefahren): wie sich die Wahrnehmung des Hochwasser- oder Hangrutschungsrisikos bei Anwohnern mit der Entfernung von einer Gefahrenzone verändert, erhoben mit Fragebögen
Aufbau und Wortanzahl der Geography IA
Gliedere den Bericht nach den sechs Kriterien, damit der Moderator Belege für jedes einzelne findet. Der IB Guide erwartet, dass Datendarstellung und schriftliche Analyse verzahnt sind. Setze Diagramme und Karten also dorthin, wo du sie besprichst, statt in einen eigenen Ergebnisteil. Die Wortzahlen unten sind ein Vorschlag, der sich an den Punkten orientiert.
- 1Fieldwork Question und geografischer Kontext, Kriterium A (etwa 300 Wörter): die Frage, eine eventuelle Hypothese, der Bezug zum Syllabus, warum dieser Ort und eine Lagekarte
- 2Method(s) of investigation (Untersuchungsmethoden), Kriterium B (etwa 300 Wörter): was du wo, wann und wie erhoben hast, das Stichprobenverfahren und warum diese Methoden zur Frage passen
- 3Aufbereitung und Analyse der Daten, Kriterien C und D zusammen (etwa 1.300 Wörter): Diagramme, Karten und Statistik direkt neben der schriftlichen Interpretation
- 4Fazit, Kriterium E (etwa 200 Wörter): eine klare, belegte Antwort auf die Fieldwork Question
- 5Evaluation, Kriterium F (etwa 300 Wörter): Stärken und Schwächen von Methoden, Frage, Darstellung und Ort, mit konkreten Verbesserungen
- 6Quellenangaben und Anhänge: Quellen und repräsentative Rohdaten, außerhalb der Wortzahl
Geography IA Kriterien: was jedes belohnt
Die sechs Kriterien arbeiten mit Level Descriptors (Bewertungsstufen). Die Zusammenfassungen unten geben sinngemäß wieder, was das oberste Band jedes Kriteriums belohnt.
- Kriterium A, Fieldwork question and geographic context (Fieldwork Question und geografischer Kontext, 3 Punkte): eine fokussierte, geografische Frage zu einem genau bestimmten Ort, ein beschriebener Bezug zum Syllabus oder zu geografischer Theorie und eine oder mehrere Lagekarten, die kartografische Konventionen einhalten
- Kriterium B, Method(s) of investigation (Untersuchungsmethoden, 3 Punkte): Methoden, Instrumente und Stichprobenverfahren, die beschrieben und korrekt angewendet werden, mit klarer Erklärung, warum die erhobenen Daten für die Frage oder die Hypothesen relevant sind
- Kriterium C, Quality and treatment of information collected (Qualität und Aufbereitung der erhobenen Informationen, 6 Punkte): Daten, die durchweg relevant und in Menge und Qualität ausreichend sind, dargestellt mit den am besten geeigneten Techniken und korrekten Konventionen wie Titeln, Beschriftungen und Nummerierung
- Kriterium D, Written analysis (schriftliche Analyse, 8 Punkte): passende beschreibende und, wo sinnvoll, statistische Verfahren, wobei Trends, Muster und Ausreißer erklärt und mit Frage, Theorie, Ort und Methoden verbunden werden
- Kriterium E, Conclusion (Fazit, 2 Punkte): ein klares Fazit, das die Fieldwork Question beantwortet und von der Analyse gestützt wird. Es ist in Ordnung, wenn die Ergebnisse nicht deiner Vorhersage entsprechen
- Kriterium F, Evaluation (Bewertung, 3 Punkte): die wichtigsten Stärken und Schwächen erklärt, zu Datenerhebung, Frage, Darstellung und Ortswahl, mit Verbesserungen und ihrer wahrscheinlichen Wirkung
Stichprobe und Datenerhebung müssen begründet sein
Kriterium B belohnt Methoden, die beschrieben und begründet sind und genug Primärdaten guter Qualität liefern können, um die Frage zu beantworten. Erkläre, wo und wann du Daten erhoben hast, warum an diesen Standorten, welches Stichprobenverfahren du genutzt hast und welche Grenzen es mit sich brachte. Plane genug Messpunkte, um ein Muster zu zeigen, und, falls du einen statistischen Test nutzen willst, genug, damit er aussagekräftig ist.
- Wähle ein Stichprobenverfahren und begründe es: zufällig, systematisch (zum Beispiel alle 50 Meter entlang eines Transekts) oder geschichtet (zum Beispiel nach Flächennutzungszonen)
- Kombiniere quantitative Daten (Messungen, Zählungen, Bewertungen) mit qualitativen Daten (Feldskizzen, beschriftete Fotos, Interviews), wo es der Frage hilft
- Nutze an jedem Standort dieselbe Methode, dieselbe Ausrüstung und denselben Zeitpunkt und notiere Bedingungen wie das Wetter
- Nutze Sekundärdaten nur für Kontext oder Vergleich, nicht als Ersatz für Feldarbeit
- Halte genau fest, wer was erhoben hat, wenn du in einer Gruppe gearbeitet hast
Wichtig
Wenn sich deine Methode ohne Grund von Standort zu Standort ändert, verlieren deine Vergleiche an Zuverlässigkeit. Moderatoren merken, wenn Kriterium C und D auf ungleichmäßigen Daten beruhen.
Starke Geography-Analyse geht über die Darstellung hinaus
Kriterium D bringt 8 Punkte, mehr als jedes andere Kriterium. Diagramme und Karten bringen in Kriterium C Punkte, wenn sie die richtige Technik für die Daten sind. Die Punkte in Kriterium D kommen dagegen aus ihrer Interpretation: den Trend beschreiben, mit Bezug auf geografische Theorie und deinen Ort erklären, warum er auftritt, und mit Ausreißern umgehen. Nutze Statistik, wo sie zur Frage passt, etwa den Rangkorrelationskoeffizienten nach Spearman für einen Zusammenhang zwischen zwei Variablen oder einen Chi-Quadrat-Test für Unterschiede zwischen Kategorien, und gib Signifikanzniveaus an.
- 1Wähle Darstellungstechniken, die zu den Daten passen: Liniendiagramme für Veränderungen entlang eines Transekts, Streudiagramme für Zusammenhänge, Choroplethenkarten oder Karten mit proportionalen Symbolen für räumliche Muster
- 2Platziere jedes Diagramm und jede Karte neben dem Absatz, der sie interpretiert, mit Abbildungsnummer und Titel
- 3Beschreibe das Muster mit Zahlen und erkläre es dann mit Theorie und lokalem Kontext
- 4Benenne Ausreißer und schlage konkrete Gründe vor, bezogen auf den Standort oder die Methode
- 5Prüfe, ob die Ergebnisse deine Hypothese stützen oder ihr widersprechen, und sag, warum
- 6Behalte die Fieldwork Question durchgehend im Blick
Die Evaluation soll konkret und geografisch sein
Kriterium F belohnt eine Evaluation, die die wichtigsten Stärken und Schwächen erklärt, keine Liste von allem, was schiefging. Behandle Datenerhebung, die Formulierung deiner Frage, die Darstellung der Daten und die Wahl des Ortes. Erkläre, wie jede Schwäche die Zuverlässigkeit oder Gültigkeit deines Fazits beeinflusst hat. Schlage dann realistische Verbesserungen vor und sag, was sie verändern würden.
- Erkläre, wie Stichprobengröße oder Standortwahl begrenzen, wie weit du verallgemeinern kannst
- Diskutiere den Zeitpunkt, etwa Jahreszeit, Wetter oder Tageszeit, und wie er die Daten geprägt haben könnte
- Berücksichtige persönliche Voreingenommenheit, zum Beispiel bei der Bewertung der Umweltqualität
- Schlage Verbesserungen mit ihrer wahrscheinlichen Wirkung vor, etwa mehr Standorte, wiederholte Besuche oder ein kalibriertes Messgerät
Häufige Fehler in der Geography IA
Diese Probleme bremsen Geography IAs regelmäßig aus. Ein Tutor für IB Geografie kann dir erklären, was eine Fragestellung machbar macht und wie Stichprobenstrategien funktionieren, damit du deine eigene entwirfst, bevor du ins Feld gehst.
- Eine Fieldwork Question, die zu breit oder nicht geografisch ist oder sich nicht mit Primärdaten beantworten lässt
- Eine aus dem Internet kopierte Karte mit zu vielen Details und ohne kartografische Konventionen
- Stichprobe oder Standortwahl ohne Begründung
- Zu wenig Daten, um ein Muster zu zeigen oder einen statistischen Test zu stützen
- Diagramme ohne Titel, Beschriftungen oder Einheiten oder Techniken, die nicht zu den Daten passen
- Ergebnisse beschrieben, aber nicht mit Theorie und lokalem Kontext erklärt
- Ein Fazit, das die Frage nicht direkt beantwortet
- Eine Evaluation, die Probleme aufzählt, ohne ihre Wirkung zu erklären oder konkrete Verbesserungen zu nennen
- Mehr als 2.500 Wörter