- Was ist das German B IA?
- Welchen Anteil das IA an deiner German-B-Note hat
- SL und HL: Was sich im Oral ändert
- Was die Bewertung belohnt: Kommunikation zuerst
- Zeitplan für das German B IA: Termin und Vorbereitung
- Themen und Beispiele aus deutschsprachigen Ländern vorbereiten
- Redemittel und Grammatik, die eine Antwort tragen
- Am Tag selbst: Antworten entwickeln und die Kontrolle behalten
- Ändert sich das German B IA?
- Häufige Fehler im German B IA
Kurzantwort
Das IB German B IA ist das Individual Oral, ein Gespräch von 12 bis 15 Minuten mit deiner Lehrkraft auf Deutsch. Es wird mit 30 Punkten bewertet und zählt 25 % deiner Note in SL und HL. In SL präsentierst du zu einem visuellen Stimulus, in HL zu einem Auszug aus einem der beiden deutschsprachigen literarischen Werke deines Kurses. Deine Lehrkraft bewertet es, das IB moderiert eine Stichprobe.
Was du lernst
- Das German B IA ist das Individual Oral: eine Präsentation, eine anschließende Diskussion und ein allgemeines Gespräch auf Deutsch
- Es zählt 25 % deiner Note in SL und HL und wird mit 30 Punkten nach vier Kriterien bewertet
- SL arbeitet mit einem visuellen Stimulus zu einem Kursthema, HL mit einem Auszug aus einem von zwei literarischen Werken, die ursprünglich auf Deutsch geschrieben wurden
- Sprache bringt 12 der 30 Punkte; was du sagst und wie du interagierst, bringt die anderen 18
- Diese Regeln gelten für Prüfungen 2026, 2027 und 2028; ein neuer Language B Guide wird erstmals im Mai 2029 geprüft
Was ist das German B IA?
Ein Internal Assessment (IA) ist der Teil eines IB-Fachs, den deine Lehrkraft bewertet und das IB moderiert. In IB German B ist das IA das Individual Oral Assessment, ein Gespräch auf Deutsch mit deiner Lehrkraft, und es ist der einzige Teil des Kurses, der dein Sprechen bewertet. In einer Vorbereitungszeit unter Aufsicht wählst du einen von zwei Stimuli und machst kurze Notizen. Dann präsentierst du zu deinem Stimulus, diskutierst ihn mit deiner Lehrkraft und führst zum Schluss ein allgemeines Gespräch über die Kursthemen. Deine Lehrkraft führt das Oral durch, zeichnet es auf und bewertet es.
- Vorbereitung: 15 Minuten in SL oder 20 Minuten in HL, unter Aufsicht, mit kurzen Arbeitsnotizen von bis zu 10 Stichpunkten
- Teil 1, Präsentation: 3 bis 4 Minuten zu deinem gewählten Stimulus
- Teil 2, anschließende Diskussion: 4 bis 5 Minuten mit deiner Lehrkraft, aufbauend auf deiner Präsentation
- Teil 3, allgemeines Gespräch: 5 bis 6 Minuten zu Kursthemen; in SL gehört dazu mindestens ein Thema über das deines Stimulus hinaus
- Insgesamt: 12 bis 15 Minuten, bewertet mit 30 Punkten, 25 % deiner Endnote auf beiden Niveaus
Profi-Tipp
German B ist ein Kurs zum Spracherwerb für Schülerinnen und Schüler mit Vorkenntnissen in Deutsch. Wenn Deutsch deine stärkste Sprache ist und du Literatur auf Deutsch studierst, bist du wahrscheinlich in German A, und dein IA ist ein anderes Oral rund um ein Global Issue. Die Anleitung zum German IA in German A in den weiterführenden Artikeln erklärt es.
Welchen Anteil das IA an deiner German-B-Note hat
Der Prüfungsaufbau ist in SL und HL gleich; was sich unterscheidet, ist der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben und Texte. Das Oral ist eine von drei Komponenten:
- Paper 1, Schreiben: 25 %. Eine Aufgabe aus drei, 250 bis 400 Wörter in SL (1 Stunde 15 Minuten) oder 450 bis 600 Wörter in HL (1 Stunde 30 Minuten)
- Paper 2, Hören und Lesen: 50 %, zu gleichen Teilen auf beide verteilt. 1 Stunde 45 Minuten in SL und 2 Stunden in HL
- Individual Oral, das IA: 25 % auf beiden Niveaus
Profi-Tipp
Im Mai 2026 erreichten 18,3 % der Kandidatinnen und Kandidaten in German B HL und 13 % in SL eine 7 (IB Provisional Statistical Bulletin, Mai 2026). Ein starkes Oral ist einer der verlässlichsten Wege, deine Note nach oben zu bringen, weil du den ganzen Kurs über dafür trainieren kannst.
SL und HL: Was sich im Oral ändert
Der dreiteilige Ablauf, die Kriterien und die Gewichtung von 25 % sind auf beiden Niveaus gleich. Was sich ändert, sind der Stimulus, die Vorbereitungszeit und wie komplex das Deutsch sein soll, das deine Lehrkraft erwartet.
- Stimulus in SL: ein Bild, etwa ein Foto oder Plakat, das klar mit einem oder mehreren Kursthemen verbunden ist; du wählst eines von zwei, die du noch nicht kennst
- Schwerpunkt in SL: das Bild beschreiben und deuten, es mit seinem Thema und mit deutschsprachigen Kulturen verbinden und eine begründete Meinung äußern
- Stimulus in HL: ein Auszug von bis zu etwa 300 Wörtern aus einem der beiden literarischen Werke deines Kurses; du wählst einen von zwei, je einer aus jedem Werk
- Werke in HL: Beide sind literarische Werke, die ursprünglich auf Deutsch geschrieben wurden; welche, hängt von deiner Schule ab
- Schwerpunkt in HL: den Auszug im Werk verorten, Ereignisse, Figuren und Ideen erklären, deine Deutung geben und sie mit Kursthemen verbinden
- Die Vorbereitungszeit in HL beträgt 20 statt 15 Minuten
Was die Bewertung belohnt: Kommunikation zuerst
Deine Lehrkraft bewertet die Aufnahme nach vier Kriterien. Korrektheit zählt, aber mehr als die Hälfte der Punkte belohnt, was du sagst und wie du am Gespräch teilnimmst.
- Criterion A, Language (Sprache, 12 Punkte): Umfang und Korrektheit deines Wortschatzes und deiner Grammatik und wie klar deine Aussprache und Intonation sind
- Criterion B1, Message (Inhalt der Präsentation, 6 Punkte): wie relevant und gut entwickelt deine Präsentation zum Stimulus ist
- Criterion B2, Message, conversation (Inhalt im Gespräch, 6 Punkte): wie relevant und gut entwickelt deine Antworten in der Diskussion und im allgemeinen Gespräch sind
- Criterion C, Interactive skills (Interaktion, 6 Punkte): wie gut du deine Lehrkraft verstehst, das Gespräch in Gang hältst und eigene Ideen einbringst
- Moderation: Deine Schule gibt die Punkte aller Schülerinnen und Schüler ein, das IB wählt eine Stichprobe aus, und eine Moderatorin oder ein Moderator bewertet diese Aufnahmen neu. Liegen die Punkte deiner Lehrkraft durchgehend daneben, werden die Punkte der ganzen Gruppe nach oben oder unten angepasst
Profi-Tipp
Eine klare Antwort mit ein paar kleinen Fehlern, die das Gespräch in Gang hält, bringt meist mehr als eine kurze, vorsichtige Antwort ohne Risiko. Der Leitfaden zum Language B Oral in den weiterführenden Artikeln erklärt jedes Kriterium genauer.
Zeitplan für das German B IA: Termin und Vorbereitung
Den Termin legt deine Schule fest, meist im zweiten Jahr. Das allgemeine Gespräch kann jedes der fünf Themen aufgreifen, und in HL kann der Auszug aus jedem der beiden Werke stammen, also muss beides vorher behandelt sein. Die Frist des IB, bis zu der Schulen IA-Punkte und Stichproben für die Mai-Prüfungen einreichen müssen, ist der 20. April, das Oral liegt also immer vor deinen schriftlichen Prüfungen. Ein Plan über den ganzen Kurs:
- 1Erstes Jahr: Führe zu jedem Thema, das ihr behandelt, ein Heft mit Wortschatz, Meinungen und Beispielen aus deutschsprachigen Ländern
- 2In HL beim Lesen: Halte für jedes literarische Werk eine Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse, eine Figurenübersicht und drei oder vier Ideen fest, über die du auf Deutsch sprechen kannst
- 3Zwei bis drei Monate vorher: Beginne mit Übungen unter Zeitdruck, mit unbekannten Bildern (SL) oder zufällig gewählten Stellen aus deinen Werken (HL)
- 4Im letzten Monat: wöchentliche Probe-Orals mit jemandem, der die Rolle deiner Lehrkraft übernimmt, aufgenommen und auf wiederkehrende Fehler geprüft
- 5Am Tag selbst: 15 oder 20 Minuten Vorbereitung unter Aufsicht, dann das Oral von 12 bis 15 Minuten
- 6Danach: Deine Lehrkraft reicht die Punkte ein, und wenn du in der Stichprobe bist, moderiert das IB deine Aufnahme
Themen und Beispiele aus deutschsprachigen Ländern vorbereiten
Deinen Stimulus kennst du vorher nicht, also bereite Material vor, das du anpassen kannst, geordnet nach den fünf vorgeschriebenen Themen (prescribed themes). Konkrete Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz machen deine kulturellen Bezüge greifbar. Einige Ausgangspunkte, die du auf Deutsch recherchieren kannst:
- Identities: die vier Landessprachen der Schweiz (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch) und was das Leben mit mehreren Sprachen für die Identität bedeutet; Dialekt und Standarddeutsch
- Experiences: die deutsche Wiedervereinigung 1990 und wie Familien sich an das Leben in der DDR erinnern
- Human ingenuity: das Bauhaus, die 1919 in Weimar gegründete Designschule, und sein Einfluss auf Alltagsgegenstände
- Social organisation: die duale Ausbildung in Deutschland, Österreich und der Schweiz; direkte Demokratie und Volksabstimmungen in der Schweiz
- Sharing the planet: das Pfand auf Flaschen, die Mülltrennung und die Energiewende in Deutschland
Profi-Tipp
Bereite zu jedem Beispiel drei Dinge auf Deutsch vor: was es ist, eine Tatsache oder ein Detail und deine Meinung mit Begründung. Das reicht, um aus einem einzigen Beispiel eine ausführliche Antwort zu machen.
Redemittel und Grammatik, die eine Antwort tragen
Ein kleiner Vorrat an Redemitteln, die du ohne Nachdenken abrufen kannst, macht deinen Kopf frei für Ideen. Lerne sie als ganze Bausteine und übe sie in vollständigen Antworten:
- Ein Bild beschreiben: „Auf dem Bild sieht man ...“, „Im Vordergrund ...“, „Im Hintergrund ...“, „Das Bild wirkt auf mich ...“
- Meinungen äußern und abwägen: „Meiner Meinung nach ...“, „Ich bin der Ansicht, dass ...“, „Einerseits ..., andererseits ...“
- Kulturen vergleichen: „Im Vergleich zu ...“, „Während man in Deutschland ..., ist es bei uns ...“
- Mit dem Konjunktiv II spekulieren: „Wenn ich Bürgermeisterin wäre, würde ich ...“, „Es wäre besser, wenn ...“
- Zeit zum Nachdenken gewinnen: „Das ist eine interessante Frage ...“, „Moment, ich überlege kurz ...“
- Um Klärung bitten: „Könnten Sie die Frage bitte wiederholen?“
- Wortstellung: Im Hauptsatz steht das Verb an zweiter Stelle, nach weil, dass, obwohl und wenn am Ende; nach deshalb oder trotzdem folgt das Verb direkt auf das Verbindungswort
- Zeitformen: Im Gespräch verwendest du für Erlebtes das Perfekt, bei sein, haben und den Modalverben das Präteritum
Am Tag selbst: Antworten entwickeln und die Kontrolle behalten
Eine starke German-B-Antwort beginnt mit einer klaren Aussage, baut sie aus und geht weiter, auch wenn ein Wort fehlt. Diese Gewohnheiten helfen in jedem Teil des Orals:
- 1Hör dir die ganze Frage an und frag auf Deutsch nach, wenn du etwas nicht verstehst
- 2Beginne mit einer klaren Antwort: ein Satz, der die Frage beantwortet
- 3Bau sie mit einer Begründung, einem Beispiel aus einem deutschsprachigen Land und dann einer Folge oder einem Vergleich aus
- 4Verbinde die Antwort mit Wörtern wie außerdem, deshalb und trotzdem
- 5Wenn dir ein Wort fehlt, umschreib es auf Deutsch und sprich weiter; wechsle nie in eine andere Sprache
Ändert sich das German B IA?
Ein neuer Language B Guide wird ab August 2027 unterrichtet und im Mai 2029 erstmals geprüft. Das Subject Brief des IB dazu behält das Individual Oral mit 25 % bei, mit einem visuellen Stimulus in SL, einem literarischen Auszug in HL, einer Diskussion zwischen dir und deiner Lehrkraft und einem Gespräch, das mindestens ein weiteres Kursthema einschließt. Wenn du deine German-B-Prüfungen 2026, 2027 oder 2028 schreibst, gelten die aktuellen Regeln auf dieser Seite. Laut IB bleiben Format und Gewichtung des Orals im neuen Guide gleich; nur der Wortlaut der Deskriptoren für die Kriterien B2 und C wird überarbeitet. Der vollständige Guide soll im Februar 2027 erscheinen.
Häufige Fehler im German B IA
Diese Gewohnheiten kosten mehr German-B-Orals Punkte als jede einzelne Grammatiklücke. Regelmäßiges Sprechen mit einem Tutor für IB Deutsch B baut die Flüssigkeit und den Wortschatz auf, die Prüfer belohnen.
- Eine Präsentation vorher auswendig zu lernen und sie jedem Stimulus überzustülpen
- Das Bild zu beschreiben, ohne es zu deuten oder mit einem Thema zu verbinden
- In SL keinen Bezug zu deutschsprachigen Kulturen herzustellen oder immer nur Deutschland zu erwähnen
- In HL die Handlung nachzuerzählen, statt über Figuren, Ideen und das Werk als Ganzes zu sprechen
- Kurze Antworten ohne Begründung oder Beispiel
- Lange Sätze im Kopf aus deiner Erstsprache zu übersetzen und dabei das Verb am Ende zu verlieren
- An einer Adjektivendung hängen zu bleiben, statt den Satz zu Ende zu bringen
- In eine andere Sprache zu wechseln, wenn dir ein Wort fehlt